HallmachtStationentheater: Leergut

Leergut ist dem Duden zufolge eine zur Wiederverwendung bestimmte Gesamtheit leerer Behälter. Leergut ist gebraucht, meist auch verbraucht, wiederverwendet oder aussortiert. Immer ist es menschengemacht. Ein Artefakt also, das von früheren Verwendungen zeugt.

Abstrakter gedacht kann Leergut auch emotional sein: Gefühle die man am liebsten an der nächsten Kassa abgeben und in etwas Produktiveres umwandeln würde. Oder menschliches Leergut: Personen, die dem neoliberalen Leistungsimperativ nicht entsprechen wollen oder können und so an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Oder aber physisches Leergut: Räume, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf ihre Wiederverwendung warten und Geschichten von vergangenen Zeiten erzählen.

In seinen Einzelteilen betrachtet bleiben die Worte leer und gut:  Das dritte Haller Stationentheater bietet gute Unterhaltung und führt Sie durch die Leerräume der verlassenen Bachlechnerschule in der Haller Altstadt.

Spieltermine: Fr 11., Sa 12., Fr 17., Sa 18., So 19., Fr 24. Mai 2019
Abendkassa und Treffpunkt: ab 19:00 Uhr Europahauptschule, Bachlechnerstraße 2, Hall
Kartenvorverkauf (ab Mitte April): Skribo Moser, Oberer Stadtplatz 3, Hall und www.kolpingbuehne.at
Dauer: ca. 2 Stunden

Stücke:

Theaterhaufen: „Früher war doch alles besser…“
Die zwei Schwestern Erna und Herta, zwei ehemalige Lehrerinnen in Pension, schleichen sich wie jedes Wochenende aus ihrem Altersheim, um im Geheimen aus ihrer ehemaligen Schule heraus, das Geschehen in der Stadt zu verfolgen und zu kommentieren. Dabei resümieren sie auch über ihr Leben, die Vergangenheit und darüber, dass früher alles ja so viel besser war. Oder?

Projekttheater: Der Ort der leeren Worte
Wir SpielerInnen des Haller Projekttheaters befragen den Spielort und gehen auf Entdeckungsreise in unsere eigene Schulvergangenheit: Welchen Stellenwert hatte Schule für unser Leben, war sie ein Ort der leeren Worte?

Kolpingbühne Hall: Sibyl
Eine junge Frau in einer psychiatrischen Anstalt fühlt sich alleingelassen und verloren. Sie ringt mit sich selbst in dem Versuch eins zu werden. Indem sie sich den Schrecken ihrer Vergangenheit stellt, hofft sie, die Leere in sich zu überwinden und sich aus ihrer Verzweiflung befreien zu können. Ein Stück von Werner Krotz in einer Bearbeitung von Hannah Kanz.

Theater Szenario: Aus der Leere entspringt ein Stück
Nur wo Leere ist, kann etwas Neues entstehen. Sagte schon der indische Philosoph Krishnamurti. Und siehe da: Leer sind auch die kreativen Köpfe des Theater-Szenario-Ensembles, zum jetzigen Zeitpunkt. Just perfect! Wir lassen also getrost Neues entstehen, erfinden ein brandneues Theaterstück und führen es ur auf. Das ist kein leeres Versprechen!