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Über die Bühne

Geschichte

Am 09. Juni 1867 gründen 52 Gesellen den Katholische Gesellenverein in Solbad Hall und vom Gründungsjahr bis heute wird auf der Bühne im Kolpinghaus Theater gespielt. Allein bis zum Jahre 1938 wurden 374 (!) Stücke gespielt – so ist es in der Theaterchronik vermerkt. In den Jahre des ersten Weltkriegs fanden keine Aufführungen statt – das Kolpinghaus wurde von der k&k-Verwaltung beschlagnahmt und ein Großteil der Schauspieler eingezogen. Von 1938 bis 1945 wurden keine Theaterstücke gespielt – das Vereinshaus wurde von der SA besetzt, der Verein aufgelöst und das Kolpinghaus enteignet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Vereinstätigkeit, und damit auch das Theaterspielen, wieder aufgenommen. Im Jahre 2017 feierte die Kolpingbühne und die Kolpingfamilie ihr 150 jähriges Bestehen!

Stückauswahl

Seit der Gründung des Vereins wurden Komödien und Bauernschwänke, Tragödien und seit 1948 auch Märchen gespielt. Darunter sind Stücke wie Andre Hofer, Maß für Maß, Der große Makabre und Ein Sommernachtstraum, die bei den Burgspielen in der Burg Hasegg aufgeführt wurden. Oder österreichische Erstaufführungen wie Hase Hase von Coline Serreau. Und zwei Stücke aus der Feder von Otto Grünmandl, Der Jodler vom Karpathenschloss und die Tatzelwurmconnection, die im Salzlager Hall als Uraufführungen inszeniert wurden. Unser Programm umfasst seit 1948 jährlich ein Märchen für und mit Kinder(n) in der Vorweihnachtszeit, sowie das beliebte Faschingsformat „So lacht Hall“ und eine Frühjahrs-Komödie.

Ensemble

Über 90 Aktive von 4 bis 79 Jahren auf und hinter der Bühne zählt die Kolpingbühne derzeit. Kinder und auch erwachsene Bühnen-Neulinge sammeln bei den Märchenproduktionen erste Bühnenerfahrungen. Mit regelmäßige Fortbildungen und Sprechtrainings wird intensiv an der Weiterentwicklung des Ensembles gearbeitet. Nicht wenige Kolping-SchauspielerInnen schlagen den Weg in eine Profikarriere ein – vor kurzem wurde zum Beispiel Julia Posch mit dem Josef Kuderna Preis ausgezeichnet.

Durch die Vielartigkeit der Stücke, vom Märchen bis zur Farce, sind viele Schauspieler allen Alters und mit unterschiedlichstem Spielvermögen bei uns im Einsatz. Das Team hinter der Bühne wird entsprechend den Anforderungen, die sich durch das Stück ergeben, zusammengestellt. Der Ansatz ist jedoch immer derselbe: bereits bei der Stückauswahl wird in enger Zusammenarbeit von RegisseurIn mit BühnenbildnerInnen, AusstatterInnen und Lichtdesigner die Machbarkeit, bzw. die (oft ungeahnten) Möglichkeiten des Stückes abgewogen und entwickelt und dann mit viel Engagement und Zeitaufwand vom ganzen Team auf und hinter der Bühne umgesetzt!

Regie

Die Regiearbeit übernimmt zumeist ein Ensemble-Mitglied. Routiniers wie beispielweise Franz Wegscheider, der auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Inszenieren von Märchen zurückblicken kann, und auch ganz junge wie Hannah Kanz, erst 21 Jahre alt, die mit „Die 39 Stufen“ ihr Regiedebüt ablieferte. Neben Regisseuren aus den eigenen Reihen werden auch immer wieder Profiregisseure eigesetzt – Joschi Kuderna, Elmar Drexel, Rolf Parton, Alexander Kratzer und Ian Macnaughton gehören dazu.

Vernetzung

Die Kolpingbühne ist an der Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Kulturschaffenden interessiert. Einige Ensemble-Mitglieder gehören zu den Mitbegründern des Kulturforums Hall, aus dem sich das Kulturlabor Stromboli entwickelte. Sie ist Teil der Arbeitsgemeinschaft Hall macht Theater – eine Plattform, auf welcher sich alle 9 (!) Haller Bühnen vernetzt haben und gemeinsame Produktionen veranstalten, wie das 2015 ins leben gerufene Stationen-Theater, das im zweijahres Rhythmus aufgeführt wird oder den allerjährlichen Haller Theaterball.